DIN EN ISO 19598
Die DIN EN ISO 19598 beschreibt galvanisch abgeschiedene Zink- und Zinklegierungsüberzüge auf Bauteilen aus Eisen oder Stahl, die mit zusätzlichen Cr(VI)-freien Behandlungen versehen werden. Hauptzweck der Beschichtungssysteme ist der zuverlässige Schutz des Grundwerkstoffs vor Korrosion.
Die Norm umfasst Überzüge aus reinem Zink sowie Zink-Nickel- und Zink-Eisen-Legierungen. Die Ausführungen unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich des Beschichtungswerkstoffs, der Schichtdicke, der Passivierung und einer möglichen zusätzlichen Versiegelung.
Durch ein einheitliches Bezeichnungssystem lassen sich die geforderten Oberflächeneigenschaften eindeutig in technischen Zeichnungen, Bestellungen und Prüfvorgaben festlegen. Die DIN EN ISO 19598 bildet damit eine wichtige Grundlage für die normgerechte Beschichtung und Qualitätssicherung in industriellen und automotiven Serienprozessen.
| Typ | Beschichtung | Schichtdicke | Trommel | Gestell |
|---|---|---|---|---|
| Fe//Zn12//An//T0 | Zink transparent passiviert ohne Versiegelung | 12 | Ja | Ja |
| Fe//Zn12//An//T2 | Zink transparent passiviert und Versiegelung | 12 | Ja | Ja |
| Fe//Zn12//Cn//T0 | Zink Dickschicht passiviert ohne Versiegelung | 12 | Ja | Ja |
| Fe//Zn12/Cn//T2 | Zink Dickschicht passiviert und Versiegelung | 12 | Ja | Ja |
| Fe//Zn5//An//T0 | Zink transparent passiviert ohne Versiegelung | 5 | Ja | Ja |
| Fe//Zn5//Cn//T0 | Zink Dickschicht passiviert ohne Versiegelung | 5 | Ja | Ja |
| Fe//Zn5//Cn//T2 | Zink Dickschicht passiviert und Versiegelung | 5 | Ja | Ja |
| Fe//Zn5/An//T2 | Zink transparent passiviert und Versiegelung | 5 | Ja | Ja |
| Fe//Zn8//An//T0 | Zink transparent passiviert ohne Versiegelung | 8 | Ja | Ja |
| Fe//Zn8//Cn//T0 | Zink Dickschicht passiviert ohne Versiegelung | 8 | Ja | Ja |
| Fe//Zn8//Cn//T2 | Zink Dickschicht passiviert und Versiegelung | 8 | Ja | Ja |
| Fe//Zn8/An//T2 | Zink transparent passiviert und Versiegelung | 8 | Ja | Ja |
| Fe//ZnNi12//Cn//T0 | Zink-Nickel-Legierung Dickschicht passiviert ohne Versiegelung | 12 | Ja | Ja |
| Fe//ZnNi12//Fn//T0 | Zink-Nickel-Legierung schwarz passiviert ohne Versiegelung | 12 | Ja | Ja |
| Fe//ZnNi5//Cn//T0 | Zink-Nickel-Legierung Dickschicht passiviert ohne Versiegelung | 5 | Ja | Ja |
| Fe//ZnNi5//Fn//T0 | Zink-Nickel-Legierung schwarz passiviert ohne Versiegelung | 5 | Ja | Ja |
| Fe//ZnNi8//Cn//T0 | Zink-Nickel-Legierung Dickschicht passiviert ohne Versiegelung | 8 | Ja | Ja |
| Fe//ZnNi8//Fn//T0 | Zink-Nickel-Legierung schwarz passiviert ohne Versiegelung | 8 | Ja | Ja |
Galvanische Zinkbeschichtung nach DIN EN ISO 19598
Galvanisch abgeschiedene Zinküberzüge bieten einen wirtschaftlichen kathodischen Korrosionsschutz für Bauteile aus Eisen und Stahl. Da Zink gegenüber dem Grundwerkstoff unedler ist, kann es diesen auch bei kleineren Beschädigungen der Oberfläche vor Korrosion schützen.
Die geforderte Mindestschichtdicke wird über die Beschichtungsbezeichnung festgelegt. Typische Ausführungen sind beispielsweise:
- Fe//Zn5
- Fe//Zn8
- Fe//Zn12
Die Zahlen 5, 8 und 12 kennzeichnen die jeweilige örtliche Mindestschichtdicke des Zinküberzugs in Mikrometern. Welche Schichtdicke erforderlich ist, richtet sich nach der Korrosionsbeanspruchung, der Bauteilgeometrie und den Vorgaben der technischen Zeichnung.
Zink-Nickel-Beschichtung nach DIN EN ISO 19598
Zink-Nickel-Überzüge werden für Bauteile mit erhöhten Anforderungen an Korrosionsschutz und Temperaturbeständigkeit eingesetzt. Gegenüber klassischen Zinkbeschichtungen bieten sie in der Regel eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeit, Salz und anspruchsvollen Umgebungsbedingungen.
Typische Bezeichnungen sind beispielsweise:
- Fe//ZnNi5
- Fe//ZnNi8
- Fe//ZnNi12
„ZnNi“ kennzeichnet den galvanisch abgeschiedenen Zink-Nickel-Legierungsüberzug. Die nachfolgende Zahl bezeichnet die geforderte Mindestschichtdicke in Mikrometern.
Zink-Nickel-Beschichtungen eignen sich insbesondere für funktions- und montagekritische Komponenten im Fahrzeugbau, Maschinenbau und in weiteren industriellen Serienanwendungen.
Zink-Eisen-Beschichtung nach DIN EN ISO 19598
Die DIN EN ISO 19598 berücksichtigt ebenfalls galvanisch abgeschiedene Zink-Eisen-Überzüge. Bei diesen Beschichtungssystemen wird Eisen als Legierungselement in die Zinkschicht eingebaut.
Zink-Eisen-Beschichtungen verbinden einen belastbaren Korrosionsschutz mit unterschiedlichen Möglichkeiten der Passivierung und Oberflächengestaltung. Sie können beispielsweise eingesetzt werden, wenn neben dem Korrosionsschutz ein dunkles oder schwarzes Erscheinungsbild gefordert ist.
Die konkrete Ausführung wird über die vollständige Beschichtungsbezeichnung sowie ergänzende Anforderungen in der Bauteilzeichnung festgelegt.
Cr(VI)-freie Passivierung nach DIN EN ISO 19598
Die galvanisch abgeschiedenen Zink- und Zinklegierungsüberzüge erhalten eine Cr(VI)-freie Passivierung. Diese zusätzliche Behandlung schützt die metallische Beschichtung insbesondere vor einer vorzeitigen Bildung von Korrosionsprodukten.
Je nach Beschichtungssystem und Anforderung können unterschiedliche Passivierungsarten verwendet werden. Dazu gehören transparente beziehungsweise farblose, irisierende und schwarze Ausführungen.
Die Passivierung beeinflusst sowohl die Korrosionsbeständigkeit als auch das optische Erscheinungsbild der Oberfläche. Die benötigte Ausführung muss daher entsprechend der Bauteilfunktion und der technischen Spezifikation ausgewählt werden.
Versiegelung und Nachbehandlung nach DIN EN ISO 19598
Eine zusätzliche Versiegelung kann die Schutzwirkung des Beschichtungssystems weiter verbessern. Sie wird auf die bereits passivierte Oberfläche aufgebracht und kann deren Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit, Salz und weiteren korrosiven Einflüssen erhöhen.
Die Norm unterscheidet Beschichtungssysteme ohne zusätzliche Versiegelung und Ausführungen mit ergänzender Nachbehandlung. In den Beschichtungsbezeichnungen kennzeichnet T0 eine Oberfläche ohne Versiegelung, während T2für eine zusätzliche Versiegelung steht.
Neben dem Korrosionsschutz können Nachbehandlungen auch dazu dienen, definierte Reibungs- und Montageeigenschaften zu erreichen. Solche funktionalen Anforderungen müssen zusätzlich in der Zeichnung oder Bestellung festgelegt werden.
Trommel- und Gestellware nach DIN EN ISO 19598
Beschichtungen nach DIN EN ISO 19598 können abhängig von Bauteilgröße, Geometrie und Oberflächenanforderung als Trommel- oder Gestellware verarbeitet werden.
Das Trommelverfahren eignet sich insbesondere für hohe Stückzahlen kleiner und mechanisch robuster Bauteile. Die Gestellbeschichtung wird bevorzugt bei größeren, empfindlichen oder geometrisch anspruchsvollen Komponenten eingesetzt.
Durch die Auswahl des geeigneten Beschichtungsverfahrens lassen sich unterschiedliche Bauteilgeometrien und Serienmengen wirtschaftlich, reproduzierbar und entsprechend der geforderten Oberflächenspezifikation bearbeiten.