DIN EN ISO 9717
Die DIN EN ISO 9717 definiert Anforderungen an Phosphatierüberzüge auf metallischen Werkstoffen. Die chemisch erzeugten Konversionsschichten dienen als funktionale Oberflächenbehandlung und werden insbesondere auf Stahl sowie weiteren geeigneten Metallen und Metalllegierungen eingesetzt.
Phosphatierüberzüge können den Korrosionsschutz in Verbindung mit einer geeigneten Nachbehandlung verbessern, die Haftung nachfolgender organischer Beschichtungen unterstützen und die Reibungs- und Einlaufeigenschaften mechanisch beanspruchter Bauteile optimieren. Darüber hinaus können sie als Vorbereitung für Umform-, Montage- und Weiterverarbeitungsprozesse eingesetzt werden.
Die DIN EN ISO 9717 legt Anforderungen an die Herstellung, Bezeichnung und Prüfung der Phosphatierüberzüge fest. Die Auswahl des geeigneten Phosphatiersystems richtet sich nach dem Grundwerkstoff, der Bauteilgeometrie, der vorgesehenen Nachbehandlung und den funktionalen Anforderungen der jeweiligen Anwendung.
| Typ | Beschichtung | Schichtdicke | Trommel | Gestell |
|---|---|---|---|---|
| Fe/Znph/r/3/T4 | Zink-Phosphat und Schmierstoff (Öl) | 3 | Ja | Ja |
| Fe/Znph/r/5/T4 | Zink-Phosphat und Schmierstoff (Öl) | 5 | Ja | Ja |
| Fe/Znph/r/8/T4 | Zink-Phosphat und Schmierstoff (Öl) | 8 | Ja | Ja |
| Fe/Znph/r/10/T4 | Zink-Phosphat und Schmierstoff (Öl) | 10 | Ja | Ja |
DIN EN ISO 9717 – Zinkphosphatieren
Das Zinkphosphatieren nach DIN EN ISO 9717 erzeugt eine kristalline Phosphatschicht auf der metallischen Bauteiloberfläche. Die Beschichtung wird insbesondere eingesetzt, wenn ein gleichmäßiger Oberflächenzustand, eine gute Haftgrundlage für nachfolgende Beschichtungen oder ein verbesserter Korrosionsschutz in Kombination mit einer Beölung beziehungsweise weiteren Nachbehandlung gefordert ist.
Die poröse Struktur der Zinkphosphatschicht kann Öle, Schmierstoffe und organische Beschichtungen aufnehmen. Dadurch lassen sich die Korrosionsbeständigkeit, die Montagefähigkeit und die Weiterverarbeitung der Bauteile gezielt unterstützen. Ohne eine ergänzende Nachbehandlung bietet die Phosphatschicht jedoch nur einen begrenzten eigenständigen Korrosionsschutz.
Abhängig von Bauteil, Anwendung und technischer Spezifikation können dünne oder dickere Zinkphosphatschichten sowie unterschiedliche Nachbehandlungen umgesetzt werden. Das Zinkphosphatieren eignet sich für zahlreiche Bauteile aus dem Maschinenbau, der Automobilindustrie und weiteren industriellen Serienanwendungen.
DIN EN ISO 9717 – Manganphosphatieren
Das Manganphosphatieren nach DIN EN ISO 9717 wird bevorzugt bei mechanisch beanspruchten Stahlbauteilen eingesetzt. Die vergleichsweise ausgeprägte kristalline Schichtstruktur kann Schmierstoffe aufnehmen und unterstützt dadurch günstige Reibungs-, Einlauf- und Verschleißeigenschaften.
Typische Einsatzbereiche sind Getriebeteile, Zahnräder, Wellen, Federn und weitere Komponenten mit gleitenden oder beweglichen Kontaktflächen. In Verbindung mit einer geeigneten Beölung oder Befettung kann die Manganphosphatierung außerdem zum Korrosionsschutz während Lagerung, Transport und Einsatz beitragen.
Die konkrete Ausführung wird anhand des Grundwerkstoffs, der mechanischen Beanspruchung, des gewünschten Flächengewichts und der vorgesehenen Nachbehandlung festgelegt. Dadurch lässt sich die Oberfläche gezielt auf die funktionalen Anforderungen des Bauteils abstimmen.
Phosphatieren mit anschließender Beölung
Eine zusätzliche Beölung füllt die Poren der Phosphatschicht und verbessert dadurch deren Schutzwirkung gegenüber Feuchtigkeit und korrosiven Einflüssen. Gleichzeitig können die Gleiteigenschaften und das Verhalten bei Montage-, Einlauf- oder Umformprozessen positiv beeinflusst werden.
Phosphatierte und anschließend beölte Bauteile eignen sich insbesondere für Anwendungen, bei denen ein temporärer Korrosionsschutz, definierte Reibungseigenschaften oder eine zuverlässige Weiterverarbeitung gefordert sind. Die Auswahl des Öls beziehungsweise Schmierstoffs muss dabei auf die Bauteilfunktion und die nachfolgenden Prozesse abgestimmt werden.
Die Phosphatierüberzüge nach DIN EN ISO 9717 können – abhängig von Bauteilgeometrie und geforderter Ausführung – als Trommel- oder Gestellware verarbeitet werden. Dadurch lassen sich unterschiedliche Bauteilgrößen und Stückzahlen wirtschaftlich, reproduzierbar und normgerecht umsetzen.