MAN 183-3
Die MAN 183-3 definiert Anforderungen an Cr(VI)-freie Korrosionsschutzsysteme für Bauteile im Nutzfahrzeugbau. Ziel der Werknorm ist ein reproduzierbarer und prozesssicherer Oberflächenschutz, der Bauteile während Lagerung, Montage und Fahrzeugbetrieb zuverlässig vor Korrosion schützt.
Die MAN 183-3 unterscheidet verschiedene Beschichtungssysteme anhand definierter Typbezeichnungen. Diese berücksichtigen unter anderem die Beschichtungsart, Passivierung, Versiegelung, Schichtdicke und den geforderten Korrosionsschutz. Dadurch kann die Oberfläche gezielt an den Werkstoff, die Bauteilgeometrie und die jeweilige Beanspruchung angepasst werden.
Die Norm wird insbesondere für Verbindungselemente, Verschraubungen, Scheiben, Rohr- und Schlaucharmaturen sowie weitere Komponenten im Nutzfahrzeugbau eingesetzt. Für Lieferanten und Beschichter bildet sie eine verbindliche Grundlage für Freigaben, Qualitätsprüfungen und eine normgerechte Serienfertigung.
| Typ | Beschichtung | Schichtdicke | Trommel | Gestell |
|---|---|---|---|---|
| PHR | Zink-Phosphat und Schmierstoff (Öl) | 5 | Ja | Ja |
MAN 183-3 B1, B11 und B12 – Zink-Nickel-Beschichtung
Die Ausführungen MAN 183-3 B1, B11 und B12 beschreiben Cr(VI)-freie Zink-Nickel-Beschichtungen für Bauteile mit erhöhten Anforderungen an Korrosionsschutz und Prozessstabilität. Die Beschichtungen weisen typischerweise eine Schichtdicke von mindestens 8 µm beziehungsweise einen definierten Schichtdickenbereich ab 8 µm auf.
Die Ausführung B1 bezeichnet eine passivierte und zusätzlich versiegelte Zink-Nickel-Beschichtung. Durch die Kombination aus Legierungsüberzug, Passivierung und Versiegelung wird eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeit, Salz und weiteren korrosiven Einflüssen erreicht.
Die Ausführung B11 beschreibt eine passivierte Zink-Nickel-Beschichtung ohne zusätzliche Versiegelung. Sie eignet sich für Anwendungen, bei denen ein hoher Korrosionsschutz und ein reproduzierbarer Oberflächenzustand ohne ergänzenden Versiegelungsschritt gefordert sind.
Die Ausführung B12 basiert ebenfalls auf einer Zink-Nickel-Beschichtung mit zusätzlicher Versiegelung. Die genaue Ausführung und die damit verbundenen Funktionsanforderungen müssen anhand der gültigen Normausgabe und der jeweiligen Bauteilzeichnung festgelegt werden.
MAN 183-3 B4 – schwarz passivierte Zink-Eisen-Beschichtung
Die MAN 183-3 B4 beschreibt eine Cr(VI)-freie Zink-Eisen-Beschichtung mit schwarzer Passivierung und zusätzlicher Versiegelung. Die Ausführung ist für Bauteile vorgesehen, bei denen ein belastbarer Korrosionsschutz mit einem gleichmäßigen schwarzen Erscheinungsbild kombiniert werden soll.
Die zusätzliche Versiegelung verbessert die Beständigkeit gegenüber Feuchtigkeit, Salzbelastung und weiteren korrosiven Umwelteinflüssen. Gleichzeitig unterstützt sie stabile Oberflächen- und Montageeigenschaften innerhalb industrieller Serienprozesse.
Die Zink-Eisen-Beschichtung eignet sich insbesondere für funktions- und montagekritische Bauteile im Nutzfahrzeugbau. Die geforderte Schichtdicke liegt abhängig von der gültigen Spezifikation und Zeichnungsangabe typischerweise im Bereich von 8 bis 15 µm.
Trommel- und Gestellware nach MAN 183-3
Die galvanischen Beschichtungssysteme nach MAN 183-3 können abhängig von Bauteilgeometrie, Abmessungen und Oberflächenanforderungen als Trommel- oder Gestellware verarbeitet werden. Das Trommelverfahren eignet sich insbesondere für große Stückzahlen kleiner und mechanisch robuster Bauteile.
Die Gestellbeschichtung wird bevorzugt bei größeren, empfindlichen oder geometrisch anspruchsvollen Komponenten eingesetzt. Dadurch lassen sich unterschiedliche Bauteilgrößen und Serienmengen wirtschaftlich, reproduzierbar und entsprechend der geforderten MAN-Spezifikation beschichten.