Normen Sachs WN62/1

SACHS WN62/1

Die Sachs WN 62/1 definiert Anforderungen an das Phosphatieren metallischer Bauteile. Die Werknorm wurde ursprünglich von Fichtel & Sachs beziehungsweise später von ZF Sachs für die Standardisierung phosphatierter Oberflächen eingesetzt.

Durch das Phosphatieren entsteht auf der Bauteiloberfläche eine fest haftende, kristalline Konversionsschicht. Diese kann als Grundlage für einen ergänzenden Korrosionsschutz, zur Aufnahme von Schmierstoffen oder zur Verbesserung der Reibungs-, Einlauf- und Verschleißeigenschaften dienen.

Die konkrete Ausführung der Phosphatierung richtet sich nach dem Werkstoff, der Bauteilgeometrie und der vorgesehenen Funktion. Maßgeblich sind die in der Zeichnung oder Bestellung festgelegte Phosphatierungsart, das erforderliche Schichtgewicht und eine gegebenenfalls vorgesehene Nachbehandlung.

TypBeschichtungSchichtdickeTrommelGestell
7321Zink-Phosphat ohne Versiegelung3JaJa

Sachs WN 62/1 – Zinkphosphatieren

Das Zinkphosphatieren nach Sachs WN 62/1 erzeugt eine gleichmäßige kristalline Phosphatschicht auf der metallischen Bauteiloberfläche. Die Beschichtung eignet sich insbesondere als Haftgrund für nachfolgende organische Beschichtungen sowie als Trägerschicht für Öle und weitere Schmierstoffe.

In Verbindung mit einer geeigneten Beölung kann die Zinkphosphatschicht den Schutz gegenüber Feuchtigkeit und korrosiven Einflüssen verbessern. Gleichzeitig unterstützt die poröse Schichtstruktur die Aufnahme und gleichmäßige Verteilung des eingesetzten Korrosionsschutzöls.

Abhängig von der technischen Anforderung können dünne Zinkphosphatschichten von etwa 0,5 bis 5 µm oder dickere Ausführungen von etwa 5 bis 30 µm umgesetzt werden. Die verbindliche Ausführung muss der jeweiligen Zeichnung beziehungsweise Kundenspezifikation entsprechen.

Sachs WN 62/1 – Manganphosphatieren

Das Manganphosphatieren wird bevorzugt bei mechanisch beanspruchten Stahlbauteilen eingesetzt. Die ausgeprägte kristalline Schichtstruktur kann Schmierstoffe aufnehmen und dadurch die Reibungs-, Einlauf- und Verschleißeigenschaften von gleitenden oder beweglichen Kontaktflächen verbessern.

Typische Einsatzbereiche sind Komponenten aus dem Antriebs- und Fahrwerksumfeld, beispielsweise Zahnräder, Wellen, Federn und weitere mechanisch belastete Bauteile. In Verbindung mit einer Beölung oder Befettung kann die Manganphosphatierung zusätzlich einen temporären Korrosionsschutz während Lagerung, Transport und Montage bieten.

Die Auswahl zwischen Zink- und Manganphosphatierung richtet sich nach der geforderten Bauteilfunktion. Während Zinkphosphat häufig als Korrosionsschutz- und Haftgrund eingesetzt wird, liegt der Schwerpunkt bei Manganphosphat stärker auf Reibungsoptimierung und Verschleißminderung.

Sachs WN 62/1 – Phosphatieren mit Beölung

Eine anschließende Beölung füllt die Poren der Phosphatschicht und verbessert dadurch deren Schutzwirkung gegenüber Feuchtigkeit und korrosiven Einflüssen. Gleichzeitig können definierte Gleit- und Montageeigenschaften unterstützt werden.

Das verwendete Öl muss auf den vorgesehenen Einsatzzweck sowie auf nachfolgende Montage- und Weiterverarbeitungsprozesse abgestimmt werden. Der erreichbare Korrosionsschutz ergibt sich aus dem gesamten System aus Phosphatierung, Schichtausführung und Nachbehandlung.

Phosphatierte Bauteile nach Sachs WN 62/1 können abhängig von Größe, Geometrie und Oberflächenanforderung als Trommel- oder Gestellware verarbeitet werden. Dadurch lassen sich unterschiedliche Bauteile und Stückzahlen wirtschaftlich und reproduzierbar umsetzen.